Elektroauto ist (noch) keine Lösung

KS: Alle Autohersteller arbeiten an Konzepten
Die Diskussion um die Zukunft unserer Mobilität nimmt groteske Formen an, gerade im Wahlkampf. Das jedenfalls meint der Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS). So setzt die Bundesregierung momentan voll auf das Elektroauto, das mit Strom aus der Steckdose gespeist wird. Doch Strom - so ein Sprecher des KS - ist eine Sekundärenergie, die erst aus anderen Energien erzeugt werden muss. Dabei gehen große Teile der eingesetzten Primärenergie verloren. Außerdem kann das Elektroauto den überwiegenden Mobilitätsbedarf der Bevölkerung heute noch nicht befriedigen, da seine Reichweite meist auf weniger als 200 Kilometer begrenzt ist.

Langfristig eignen sich Elektroautos sicher für städtische Ballungsgebiete, wo man die Batterien über Nacht wieder aufladen kann. Doch eine Fahrt von München nach Frankfurt ist mit heutiger Technik praktisch noch unmöglich. Dazu müssen erst die leistungsfähigen Lithium-Ionen-Batterien in vernünftigen Stückzahlen und zu annehmbaren Preisen auf den Markt kommen. Wichtiger ist nach Ansicht des KS, auf sparsame, umweltfreundliche Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb zu setzen. Es sei durchaus möglich, Pkw mit einem Verbrauch von drei Liter und weniger auf 100 Kilometer zu bauen.

Bei dem seit 1989 verliehenen KS-Energie- und Umweltpreis werden alljährlich technische Lösungen prämiert, die erheblich zum Energiesparen beitragen. Preisträger 2009 war Mercedes, das es geschafft hat, die Lithium-Ionen-Batterie ins Automobil zu integrieren, wenn auch erst in geringer Stückzahl und bei Fahrzeugen der Oberklasse. Langfristig ist dies aber der Grundstein für effiziente Hybrid- und Elektrofahrzeuge und für eine nachhaltige, emissionsarme oder sogar emissionsfreie Mobilität.