Slowenien bleibt bei teurer Maut
KS: Ab 2014 soll elektronisch kilometerabhäng abkassiert werden
Wie man der Europäischen Union auf der Nase herumtanzen kann, hat in diesem Jahr Slowenien gezeigt. Trotz Protesten der Kommission mussten hunderttausende Autourlauber für die kurze Strecke zwischen Österreich und Kroatien eine teure Autobahn-Vignette kaufen. Dies wird sich nach Informationen des Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) auch bis 2012 nicht ändern. Dann will der kleine Staat am Rande des Balkans ein kilometerabhängiges, elektronisches Mautsystem einführen, das die Mauteinnahmen erheblich steigern soll. Spätestens 2014 wird dafür das bisherige Mautpickerl für Pkw abschafft, gegen das der KS gemeinsam mit dem Verbund Europäischer Automobilclubs (EAC) in Brüssel vehement protestiert hatte.
Wie die gefahrenen Kilometer künftig erfasst werden, ist noch offen. Wahrscheinlich ist nach Ansicht des KS, dass die für Lkw genutzte "ABC-Box" auf Basis der Mikrowellen-Technik auch für Pkw eingesetzt werden wird. Dennoch bleibt der Club bei seiner Kritik, dass die Preise der Autobahnnutzung in Slowenien unanständig teuer seien. Das Land habe nur 349 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen und verlange weit mehr als doppelt so viel Nutzungsgebühr wie Österreich, das mit 2.100 Kilometer ein mehr als sechsmal so großes Netz besitzt.