Autofahren nach Hüftoperation
KS: Mindestens sechs Wochen warten, dann vorsichtig testen
Rund 200.000 Bundesbürger werden alljährlich an der Hüfte operiert, und jedes Jahr werden es mehr. Doch kann man nach einem solchen Eingriff wieder normal autofahren? Aufgrund des individuell unterschiedlichen Heilungsverlaufs sind verbindliche Aussagen dazu nicht möglich. Dennoch rät der
Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) den Betroffenen, mindestens sechs Wochen zu warten, bevor sie sich wieder ans Steuer setzen. Im Interesse der Verkehrssicherheit sollten sie die Fahrfähigkeit danach erst einmal auf nichtöffentlichem Gelände testen, sofern die Bewegungsfreiheit wieder voll erreicht ist. Ist dieser Test zufriedenstellend verlaufen, kann man mit Fahrten auf bekannten Strecken beginnen.
Nach Ansicht des KS ist es wichtig abzuklären, ob die Kraft für den notwendigen Pedaldruck (Bremse/Kupplung) und das Reaktionsvermögen für den schnellen Pedalwechsel ausreichen. Dies hat auch vor dem Hintergrund der weiteren Genesung Bedeutung, weil vor allem beim Ein- und Aussteigen eine erhöhte Luxationsgefahr besteht.
Die Fahrerlaubnisverordnung verlangt zum Führen von Kraftfahrzeugen die persönliche Eignung in geistiger aber auch in körperlicher Hinsicht. Da ist es einleuchtend, dass diese Eignung nach einer Hüftoperation zeitlich nicht oder nur eingeschränkt besteht. Das bestätigt auch eine Studie der orthopädisch-traumatologischen Abteilung der "Moritz Klinik" in Bad Klosterlausnitz, bei der rechtsseitig implantierte Patienten mit einer Gruppe gesunder Autofahrer verglichen wurden.