Der diebische Kakadu

Beispielsfall zum „Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht“ für den Privat-Bereich

Die Großeltern besuchen mit der Enkelin den Tierpark. Im Kakadu-Gehege beobachtet der Opa gerade zwei auf einem Ast sitzende Kakadus. Ein Dritter flattert herbei und nimmt auf der Schulter des Opas Platz. Plötzlich pickt dieser Kakadu mit einem gekonnten Schnabelgriff das Hörgerät des Opas aus dessen Ohr und fliegt mit dem Hörgerät auf einen Baum.

Die erhoffte Nuss

Während der Opa noch um Hilfe ruft, lässt der Kakadu seine Beute fallen. Bevor jedoch die Oma das Gerät aus dem Gras heben kann, ist der Kakadu im Sturzflug da und nimmt das Hörgerät wieder mit. Er knackt es wie eine Nuss, zieht die an den Drähten hängenden Gehäuseteile auseinander und lässt schließlich enttäuscht die Reste fallen. Die erhoffte Nuss - das Hörgerät – ist daraufhin völlig kaputt.

Der Opa macht nun seine Kosten für das Hörgerät beim Betreiber des Tierparks und dessen Haftpflichtversicherung wegen Verletzung vertraglicher Pflichten geltend. Die Gegenseite beruft sich jedoch darauf, dass ja genügend Warnschilder an den Zäunen des Geheges angebracht seien, die die Besucher darauf hinweisen, wegen der diebischen Kakadus auf ihren Schmuck, Ohrringe, Kettchen, Uhren usw. besonders Acht zu geben.

Außerdem erklärt die Direktion auf den Schildern, keine Haftung für Verluste zu übernehmen.

Die Entscheidung des Gerichts

Das Amtsgericht schließt sich dieser Auffassung an und lehnt die Schadenersatzklage ab. Der Kläger habe sich schließlich beim Betreten des Geheges bewusst der Gefahr durch die Nähe der diebischen Vögel ausgesetzt, weil er ja die Tiere unter ihren normalen Lebensbedingungen sehen wollte. Ein Kakadu könne nun mal nicht zwischen Schmuck und Hörgeräten unterscheiden. Zudem sei die sogenannte Tierhalterhaftung auch wirksam ausgeschlossen worden.

In der nachfolgenden Berufungsinstanz zeigt man ein Einsehen und die Zoodirektion bietet einen Betrag von € 1.100,- zur vergleichsweisen Erledigung an. Hiermit ist der Opa schließlich einverstanden, so dass der Fall noch gütlich abgeschlossen werden kann.
Die von der AUXILIA bedingungsgemäß übernommenen Kosten waren höher als die 1.100 ,- €, die der Opa durch den Vergleich bekommt.
Der „Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht“ für den privaten Bereich ist in allen Produkten enthalten, die Rechtsschutz für den Privat-Bereich beinhalten (z.B. JURPRIVAT oder Privat-, Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz).