Mitmachen und Leben retten – „Zwei Räder, ein Ziel: Null Unfälle“


 

Fast 3.000 Menschen sterben jedes Jahr im Straßenverkehr. Dabei ist sichere Mobilität kein Zufall, sondern das Ergebnis von Prävention, Aufklärung, sicherer Verkehrsinfrastruktur und entsprechender Gesetzgebung. Anlässlich des Tags der Verkehrssicherheit am 20. Juni rückt der Deutsche Verkehrs­sicherheits­rat (DVR) dieses Thema in den Fokus. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen von Polizei, Verkehrswachten, Schulen, Kommunen und weiteren Organisationen werben für mehr Aufmerksamkeit und Sicherheit im Straßen­verkehr. Der Automobilclub KS e.V. informiert darüber, was es mit dem Aktionstag auf sich hat. Auf seinen eigenen Social-Media-Kanälen macht Deutschlands zweit­größter Auto­mobil­club selbst auf die Kampagne aufmerksam.

Unter dem Motto „Zwei Räder, ein Ziel: Null Unfälle“ stellt der diesjährige Tag der Verkehrssicherheit die Sicherheit von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern in den Mittelpunkt. Der jährliche Aktionstag, der 2005 vom Deutschen Verkehrs­sicherheits­rat (DVR) initiiert wurde, findet bundesweit am kommenden Samstag, den 20. Juni 2026, statt. Mit zahl­reichen Veranstaltungen und Aktionen machen Polizei­behörden, Verkehrs­wachten, Schulen und Kommunen auf die Bedeutung sicherer Mobilität aufmerksam.

25-fach höheres Todesrisiko auf dem Motorrad

Dass für Bikerinnen und Biker bei gleichzeitig erheblichen Fortschritten bei der Verkehrs­sicherheit für Pkw-, Lkw- und Bus-Insassen großer Handlungs­bedarf besteht und eine stärkere Sensibilisierung in der Bevölkerung notwendig ist, zeigen die Unfall­zahlen. Im Jahr 2024 sei jeder fünfte im Straßen­verkehr getötete Mensch mit einem Motor­rad unterwegs gewesen, so der DVR. Bezogen auf die Fahr­leistung trügen Motorrad­fahrende demnach ein rund 25-fach höheres Risiko, bei einem Verkehrs­unfall ums Leben zu kommen als Pkw-Insassen. Nach Angaben des DVR verunglückten insgesamt 27.934 Motorrad­fahrende im Jahr 2024; 513 von ihnen kamen dabei zu Tode. 

„Hinter jeder Unfallstatistik stehen Menschen, Familien und persönliche Schicksale. Die Vision Zero – also die Präventions­strategie, die darauf abzielt, Unfälle, schwere Verletzungen und tödliche Vorfälle vollständig zu vermeiden – erinnert uns daran, dass schwere Verkehrsunfälle nicht als unvermeidbar hingenommen werden dürfen. Gerade Motorrad­fahrerinnen und -fahrer zählen zu den besonders vulnerablen Verkehrs­teil­nehmern. Mehr Auf­merksam­keit, Respekt und Verantwortungs­bewusst­sein im Straßen­verkehr können entscheidend dazu beitragen, Leben zu schützen. Entsprechend wichtig ist es auch, die Menschen dafür immer wieder zu sensibilisieren. Aus diesem Grund beteiligt sich der Auto­mobil­club KS e.V. in diesem Jahr auch am Aktions­tag und macht auf mehr Verkehrs­sicherheit aufmerksam“, erläutert Isabella Finsterwalder, Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V., der eines der Gründungsmitglieder des DVR ist.

Technische Maßnahmen zur Reduzierung von Motorradunfällen

„Sicherheit darf kein Privileg der Mehrheit im Auto sein – sie ist ein Grund­recht aller Verkehrs­teilnehmenden, unabhängig davon, auf wie vielen Rädern sie unterwegs sind“, sagt DVR Präsident Manfred Wirsch. „Neben Rücksicht und Vorsicht der Verkehrs­teilnehmenden brauchen wir aber auch entschlossenes politisches Handeln.“ 

Der DVR fordert die Umsetzung einer Reihe von technischen Maßnahmen, um die Zahl der Motorrad­unfälle zu reduzieren. So solle sich die Bundes­regierung auf europäischer Ebene für den verpflichtenden Einbau des automatischen Not­rufsystems eCall auch für Motor­räder einsetzen. Bereits seit 2018 ist dieses für alle neu typen­geprüften Pkw und leichten Nutz­fahr­zeuge EU-weit Pflicht. Zudem spricht sich der DVR für die Einführung verbindlicher europäischer und nationaler Ausrüstungs­vorschriften aus, wie es sie für Pkw, Lkw oder Busse bereits gibt. Dazu zählen moderne Assistenz­systeme wie das Kurven-Anti­blockier­system, die nachweislich die Verkehrs­sicherheit erhöhen. Um die Wahr­nehmbar­keit von Motor­rädern für andere Verkehrs­teilnehmende zu erhöhen, sollten Motorräder zudem in die digitale Vernetzung von Fahr­zeugen und Infra­struktur einbezogen werden.

Straßeninfrastruktur verbessern

Neben technischen Maß­nahmen lässt sich auch die Straßen­infra­struktur gezielt verbessern, um Unfälle mit Motor­rädern zu vermeiden. Dazu zählen beispielsweise gut erkennbare Kurven­verläufe, hindernis­freie Seiten­räume, Schutz­planken mit Unterfahr­schutz sowie griffige und gut instand gehaltene Fahr­bahnen. Zudem sollten besonders unfall­auffällige Straßen­abschnitte laut DVR durch Unfall­analysen und Sicherheits­audits analysiert und gezielt verbessert werden. Darüber hinaus wäre es nach Ansicht des DVR auch sinnvoll, die ellipsen­förmigen Fahrbahn­markierungen für Motor­rad­fahrerinnen und -fahrer, die in Nordrhein-Westfalen erfolgreich getestet wurden, an ausgewählten Gefahren­stellen verkehrs­rechtlich in ganz Deutsch­land zu ermöglichen.

Social-Media-Kit zum Download

Um mehr Aufmerksamkeit für die Sicherheit von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern zu schaffen, ruft der DVR Organisationen, Verbände und Initiativen dazu auf, die Inhalte über die eigenen
Social-Media-Kanäle zu verbreiten. Ein dafür zusammengestelltes Social-Media-Kit gibt es auf der Website Tag der Verkehrssicherheit zum Download. Entsprechende Beiträge können
unter den Hashtags #TagDerVerkehrssicherheit, #TdV2026 und #VisionZero veröffentlicht werden.