Körperverletzung: Ihre Rechte im Überblick

Eine Ärztin unterhält sich mit einem Patientien und füllt einen Fragebogen aus

Das müssen Sie über Körperverletzung wissen

  • Unter Körperverletzung versteht man jede Handlung, die einem anderen Menschen Schmerzen oder gesundheitliche Schäden zufügt. Sie ist ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit in Form einer körperlichen Misshandlung oder einer Gesundheitsschädigung. Dazu zählen nicht nur Schläge oder Tritte, sondern auch fahrlässige Unfälle oder psychische Beeinträchtigungen, wenn sie nachweisbar sind. 
  • Das Strafgesetzbuch unterscheidet zwischen einfacher, fahrlässiger, gefährlicher, schwerer Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge. Die Strafen reichen von Geldstrafen über Schmerzensgeld bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren – je nach Schwere der Tat.
  • Opfer können Anzeige erstatten und Ansprüche wie Schmerzensgeld oder Schadensersatz geltend machen. Beschuldigte müssen sich häufig in einem Strafverfahren verantworten. In beiden Fällen spielen Beweise wie ärztliche Atteste, Fotos oder Zeugenaussagen eine entscheidende Rolle.

Was fällt unter Körperverletzung?

Körperverletzung gehört zu den am häufigsten vorkommenden Straftaten in Deutschland. Die rechtlichen Grundlagen sind im Strafgesetzbuch (StGB) klar geregelt. Dennoch herrscht bei vielen Menschen Unsicherheit, was genau darunter zu verstehen ist, welche Strafen drohen und wie man sich als Opfer oder Beschuldigter verhalten sollte.

Nach § 223 StGB liegt eine Körperverletzung immer dann vor, wenn eine andere Person körperlich misshandelt oder ihre Gesundheit geschädigt wird. Das klingt juristisch, lässt sich aber auch einfach ausdrücken: Wer einem anderen Menschen Schmerzen zufügt oder seine Gesundheit beeinträchtigt, macht sich strafbar. Bei einer Verurteilung auf Grundlage von § 223 StGB ist eine vorsätzliche einfache Körperverletzung anzunehmen.

Dabei geht es nicht nur um schwere Fälle. Schon eine Ohrfeige oder ein Stoß, der zu Schmerzen oder sichtbaren Verletzungen führt, kann den Tatbestand erfüllen. Auch psychische Beeinträchtigungen können als Körperverletzung gewertet werden – etwa dann, wenn durch massives Mobbing oder Bedrohungen eine ärztlich nachweisbare Erkrankung entsteht.

Die verschiedenen Arten der Körperverletzung

Das Strafgesetzbuch unterscheidet mehrere Abstufungen, die im Ernstfall über die Höhe der Strafe entscheiden:

  • Einfach erklärt, beginnt es mit der leichten oder einfachen Körperverletzung (§ 223 StGB): Grundtatbestand. Schon ein relativ harmloser Angriff, wie eine Ohrfeige oder ein Schubser, kann hierzu zählen.
  • Die fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB) liegt dann vor, wenn jemand unbeabsichtigt einen anderen verletzt – etwa durch Unachtsamkeit im Straßenverkehr. Besonders häufig wird in diesem Zusammenhang von einer fahrlässigen Körperverletzung bei einem Verkehrsunfall gesprochen. Zur strafrechtlichen Verfolgung ist regelmäßig erforderlich, dass der Verletzte einen Strafantrag stellt. Das gilt auch bei dem Vorwurf der einfachen Körperverletzung. 
  • Deutlich schwerer wiegt die gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB). Hier kommen besondere Umstände hinzu, zum Beispiel die Verwendung von Waffen oder gefährlichen Werkzeugen, Angriffe mit Gift, Hinterlist oder wenn mehrere Personen gemeinsam handeln. Streit über die Einstufung eines Gegenstands als „gefährlich“ kann das Strafmaß erheblich beeinflussen.
  • Die schwere Körperverletzung (§ 226 StGB) umfasst Fälle, in denen das Opfer bleibende Schäden erleidet – etwa den Verlust des Sehvermögens, Lähmung, Behinderung oder dauerhafte Entstellungen. Die durch das Verbrechen erlittenen Schäden können einen Anspruch auf Schmerzensgeld begründen.
  • Kommt es infolge einer Tat sogar zum Tod, spricht man von einer Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB). In Bezug auf die Körperverletzung mit Todesfolge ist zum Strafmaß vor allem das Resultat der Straftat von Bedeutung.
  • Auch eine Körperverletzung im Amt (§ 340 StGB) ist geregelt. Sie liegt beispielsweise dann vor, wenn ein Polizeibeamter im Dienst unrechtmäßig Gewalt anwendet. Als Amtsträger gelten u. a. Polizisten, Beamte und Richter. Bei einer Körperverletzung im Amt bilden die Richter eine sogenannte Gesamtstrafe. 

Welche Strafen drohen bei Körperverletzung?

Die Strafe richtet sich nach der Schwere des Falls. Bei einer einfachen Körperverletzung reicht das Strafmaß von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Schon hier kann es also ernst werden. Eine gefährliche Körperverletzung wird deutlich härter bestraft: Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren sind möglich. Noch strenger ist die Bewertung der schweren Körperverletzung oder der Körperverletzung mit Todesfolge. Sie zieht eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr nach sich und kann bis zu fünfzehn Jahre betragen.

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen kommen häufig auch zivilrechtliche Forderungen auf den Täter zu. Opfer haben Anspruch auf Schmerzensgeld und gegebenenfalls auch auf Schadensersatz– etwa für Behandlungskosten oder Verdienstausfälle. Die Höhe des Schmerzensgelds hängt vom Einzelfall ab und kann mehrere tausend Euro betragen.

Anzeige und Strafantrag bei Körperverletzung:
So gehen Sie vor

Wer Opfer einer Körperverletzung wird, sollte unbedingt Anzeige erstatten. Nur so kann die Tat verfolgt werden und nur so können Sie Ihre Rechte sichern.

Die vorsätzliche Körperverletzung nach § 223 und die fahrlässige Körperverletzung nach § 229 werden regelmäßig nur auf Strafantrag verfolgt. Bei einer schweren oder gefährlichen Körperverletzung müssen Sie einen Strafantrag nach § 230 StGB nicht stellen. Diese Formen der Körperverletzung sind als Offizialdelikt deklariert und werden von Amts wegen durch die Staatsanwaltschaft verfolgt. 

Der Strafantrag muss innerhalb von drei Monaten bei den zuständigen Stellen gestellt werden. 

Ganz wichtig ist es, Beweise zu sichern. Dazu gehören ärztliche Atteste, die die Verletzungen dokumentieren, Fotos oder auch Zeugenaussagen. Selbst Chatverläufe oder Nachrichten können relevant sein, wenn sie auf den Tathergang hinweisen.

Nicht jede Körperverletzung wird automatisch von der Staatsanwaltschaft verfolgt. Leichte Fälle sind Antragsdelikte. Das bedeutet: Ohne Ihren Strafantrag wird nicht ermittelt. Bei schwereren Fällen hingegen wird auch ohne Antrag ein Verfahren eingeleitet.

Verjährung bei Körperverletzung

Auch Straftaten wie Körperverletzung unterliegen einer Verjährungsfrist. Wie lange die Tat verfolgt werden kann, hängt von ihrer Schwere ab:

  • Eine einfache Körperverletzung verjährt nach 5 Jahren.
  • Für gefährliche und fahrlässige Körperverletzung gilt eine Frist von 10 Jahren.
  • Schwere Körperverletzung sowie Körperverletzung mit Todesfolge verjähren erst nach 20 Jahren.

Die Verjährungsfrist verringert nicht das festgesetzte Strafmaß für die Taten selbst.

Das zeigt: Selbst Jahre nach einer Tat können noch rechtliche Schritte möglich sein.

Ob eine Anzeige nach einer Auseinandersetzung, Forderungen auf Schmerzensgeld oder die Verteidigung gegen den Vorwurf einer vorsätzlichen Tat: Eine Körperverletzung zieht oft langwierige und kostenintensive Verfahren nach sich. In solchen Momenten brauchen Sie juristische Unterstützung – sei es, um Ihre Ansprüche als Opfer durchzusetzen oder um sich als Beschuldigter wirksam zu verteidigen. Damit Sie im Ernstfall nicht allein mit diesen Belastungen dastehen, schützt Sie die Rechtsschutzversicherung der AUXILIA.

Warum eine Rechtsschutzversicherung bei der Straftat Körperverletzung so wichtig ist

Eine Körperverletzung hat fast immer auch rechtliche Folgen. Wer Opfer wird, möchte Schmerzensgeld und Schadensersatz durchsetzen. Wer beschuldigt wird, braucht eine starke Verteidigung, um sich gegen teils schwerwiegende Vorwürfe zu wehren.

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Häufige Fragen zur Körperverletzung

Was passiert, wenn man wegen Körperverletzung angezeigt wird?

Dann beginnt die Polizei mit Ermittlungen. Es folgt ein Strafverfahren, das mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe enden kann. Das Verfahren kann durch Einstellung §§ 153, 170 Abs.2 stopp, Strafbefehl oder Hauptverhandlung enden.

Wie viel muss man bei Körperverletzung bezahlen?

Neben einer möglichen Geldstrafe müssen Täter auch für Schmerzensgeld oder Schadensersatz aufkommen. Die Summen können je nach Verletzung und Folgeschäden erheblich sein.

Welche Beweise braucht man für Körperverletzung?

Unbedingt nötig sind ärztliche Atteste. Auch Fotos von Verletzungen, Videoaufnahmen von Überwachungskameras, Zeugenaussagen, medizinische Berichte über etwaige Verletzungen des Opfers und weitere Nachweise spielen eine große Rolle.

Was fällt alles unter gefährliche Körperverletzung?

Dazu gehören Angriffe mit Waffen, mit Werkzeugen, mit Gift, mit hinterlistigem Überfall oder gemeinschaftliche Übergriffe.

Ist auch eine versuchte Körperverletzung strafbar?

Ja. Schon der Versuch einer Körperverletzung ist strafbar. Wer also eine Verletzung beabsichtigt, diese aber nicht vollendet, muss dennoch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Eine versuchte Körperverletzung ist der Fall, wenn die Absicht, eine Körperverletzung zu begehen, klar erkennbar und nachweisbar ist.