Günstige Rechtsschutzversicherung vom Testsieger
ab 5,04 €/mtl.
Bußgeldkatalog:
Bußgelder, Punkte und Fahrverbote im Überblick

Das müssen Sie zum Bußgeldkatalog wissen
- Der Bußgeldkatalog legt fest, welche Strafen bei Verkehrsverstößen drohen – von geringen Verwarnungen bis hin zu Punkten in Flensburg oder Fahrverboten. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Fehlverhalten im Straßenverkehr einheitlich zu sanktionieren.
- Die Höhe eines Bußgelds richtet sich nach Art, Ort und Schwere des Verstoßes. Besonders teuer werden Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstöße, Handy- und Alkoholdelikte. In bestimmten Fällen, etwa bei Wiederholungstätern oder Gefährdung anderer, kann das Bußgeld deutlich höher ausfallen als im Regelsatz vorgesehen.
- Wer glaubt, dass ein Bußgeldbescheid fehlerhaft ist, kann innerhalb von 14 Tagen Einspruch einlegen. In vielen Fällen lohnt sich eine genaue Prüfung, da Messfehler oder Formfehler nicht selten vorkommen.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der Bußgeldkatalog?
- Neuer Bußgeldkatalog 2026 – das hat sich geändert
- Welche Vergehen regelt der Bußgeldkatalog?
- Warum ist mein Bußgeld höher als im Bußgeldkatalog angegeben?
- So können Sie Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen
- Verkehrsrechtsschutz der AUXILIA – Ihre Absicherung
- Häufige Fragen zum Bußgeldkatalog
Was ist der Bußgeldkatalog?
Der Bußgeldkatalog konkretisiert, welche Sanktionen bei Verkehrsverstößen in Deutschland in der Regel drohen. Er wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) herausgegeben und bildet gemeinsam mit der Straßenverkehrsordnung (StVO) und dem Tatbestandskatalog des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) die Basis für die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten.
Er legt fest
- welche Verkehrsverstöße geahndet werden,
- welche Geldbußen, Punkte oder Fahrverbote drohen und
- wie sich diese je nach Schwere und Ort des Verstoßes unterscheiden (zum Beispiel innerorts, außerorts oder auf der Autobahn).
Die Beträge im Bußgeldkatalog gelten bundesweit und sind für alle Behörden verbindlich. Dennoch kann die tatsächliche Höhe Ihres Bußgelds variieren – etwa bei Wiederholungstätern oder in Abhängigkeit der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer.
Warum gibt es den Bußgeldkatalog?
Ziel des Bußgeldkatalogs ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Wer zu schnell fährt, zu dicht auffährt oder falsch parkt, gefährdet andere. Durch klar geregelte Bußgelder und Punkte wird Fehlverhalten sanktioniert – und idealerweise verhindert. Der Bußgeldkatalog sorgt außerdem für Gleichbehandlung: Ein Rotlichtverstoß in Hamburg wird genauso bewertet wie in München.

Neuer Bußgeldkatalog 2026 – das hat sich geändert
Im Bußgeldkatalog 2026 wurden einige Bußen verschärft. Besonders betroffen sind Geschwindigkeitsüberschreitungen, Handyverstöße und Parkvergehen. Der Fokus liegt auf Sicherheit, Nachhaltigkeit und Rücksichtnahme – insbesondere auf Radfahrende und Fußgänger.
Das sind die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Höhere Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen: Schon wenige km/h zu viel können teuer werden.
- Strengere Ahndung von Park- und Halteverstößen: Wer Radwege oder Gehwege blockiert, zahlt deutlich mehr.
- Erweiterter Tatbestandskatalog: Neue Tatbestände für Ablenkung durch Smart Devices oder E-Scooter-Verstöße.
- Härteres Vorgehen gegen illegale Autorennen und unerlaubtes Tuning.
Welche Vergehen regelt der Bußgeldkatalog?
Der Bußgeldkatalog legt fest, wie Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr geahndet werden – vom zu schnellen Fahren über das Parken im Halteverbot bis hin zu riskanten Überholmanövern. Er legt fest, welche Verstöße wie geahndet werden und welche Konsequenzen drohen, also Bußgelder, Punkte oder Fahrverbote.
Damit sorgt er für Transparenz und Gleichbehandlung: Egal ob innerorts, außerorts oder auf der Autobahn, die gleichen Regeln gelten bundesweit für alle Verkehrsteilnehmer.
Bußgeldkatalog: Geschwindigkeit
Geschwindigkeitsverstöße zählen zu den häufigsten Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr. Die Bußgelder unterscheiden sich je nachdem, ob Sie innerorts, außerorts oder auf der Autobahn zu schnell gefahren sind. So gilt beispielsweise, wenn Sie innerhalb eines Ortes zwischen 11 und 15 km/h zu schnell gefahren sind, eine Strafe von 50 €, außerorts bei gleicher Geschwindigkeit sind es 40 €.
Genauere Details finden Sie in unserem Ratgeber zur Geschwindigkeitsüberschreitung!
Rote Ampel überfahren – Bußgeld
Ein Rotlichtverstoß gehört zu den schwerwiegendsten Ordnungswidrigkeiten. Unterschieden wird zwischen dem sogenannten einfachen und dem qualifizierten Rotlichtverstoß.
- Einfacher Rotlichtverstoß: Ampel weniger als 1 Sekunde rot → 90 bis 240 €, 1 Punkt
- Qualifizierter Verstoß: Ampel länger als 1 Sekunde rot → 200 bis 360 €, 2 Punkte, gegebenenfalls ein Monat Fahrverbot
Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Rote Ampel überfahren!
Blitzer und Bußgeldbescheid – wie läuft das Verfahren ab?
Wenn Sie geblitzt werden, läuft der Vorgang in der Regel automatisch ab:
- Ermittlung des Fahrzeughalters
- Versand des Anhörungsbogens
- Bußgeldbescheid mit Frist zur Zahlung oder Einspruch
Wichtig zu wissen: Schon ein kleiner Messfehler kann den Bußgeldbescheid ungültig machen.
Wie genau Blitzer sowie Bußgeldbescheid ablaufen und wie hoch die Blitzer-Kosten sein können, erklären wir Ihnen!
Parken und Halten – Bußgeldkatalog Parken
Falschparken ist kein Kavaliersdelikt. Der Bußgeldkatalog für Falschparken wurde deutlich verschärft:
- Parken im Halteverbot: 35 – 55 €
- Parken auf Geh- oder Radwegen: 55 – 100 €, gegebenenfalls 1 Punkt
- Parken in zweiter Reihe: 55 – 110 € (Parken in der zweiten Reihe und Unfall verursacht), gegebenenfalls 1 Punkt
Jetzt mehr zum Falschparken erfahren!
Alkohol, Drogen und Handy am Steuer – teure Fehler
Hier versteht der Gesetzgeber keinen Spaß. Schon geringe Mengen Alkohol oder Ablenkung durch das Smartphone führen zu empfindlichen Strafen.
- 0,5 – 1,09 Promille → 500 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot
- Handy am Steuer → 100 – 200 €, 1 bis 2 Punkte, gegebenenfalls 1 Monat Fahrverbot
Informieren Sie sich über Alkohol am Steuer!
Falsch überholen: Bußgeld und Punkte
Das falsche Überholen gehört zu den gefährlichsten Verkehrsverstößen. Ob beim Überholen trotz Überholverbot, bei unklarer Verkehrslage oder mit zu geringem Seitenabstand – jedes Fehlverhalten kann andere gefährden. Wer gegen die Regeln verstößt, muss mit Bußgeldern zwischen 30 und 300 €, 1 bis 2 Punkten und gegebenenfalls einem Monat Fahrverbot rechnen.
Erfahren Sie jetzt mehr zu falschen Überholen!
Abstand und Abstandsverstoß
Der richtige Sicherheitsabstand ist entscheidend, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Laut Faustregel gilt: halber Tachowert in Metern. Wer zu dicht auffährt, begeht schnell eine Ordnungswidrigkeit. Abhängig von Geschwindigkeit und Abstand drohen Bußgelder von 25 bis 400 €, 1 oder 2 Punkte und teilweise Fahrverbot.
Informieren Sie sich über Abstandsverstöße!
Überladung – Bußgeld und Risiken
Eine Überladung gefährdet nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch Ihr Fahrzeug. Schon bei einer Überschreitung von mehr als 5 Prozent des zulässigen Gesamtgewichts wird ein Bußgeld fällig.
- über 5 %: 10 €
- über 10 %: 30 €
- über 15 %: 35 €
- über 20 %: 95 €, 1 Punkt
- über 25 %: 140 €, 1 Punkt
- über 30 %: 245 €, 1 Punkt
Auch Halter, die die Überladung zulassen, haften mit. Besonders im gewerblichen Verkehr drohen hohe Strafen.
Alle Details zur Überladung finden Sie hier!
Warum ist mein Bußgeld höher als im Bußgeldkatalog angegeben?
Vielleicht haben Sie schon einmal bemerkt, dass Ihr Bußgeld höher ausfällt, als es der Bußgeldkatalog vorsieht. Das ist kein Fehler, sondern kann verschiedene Gründe haben – denn die im Bußgeldkatalog genannten Beträge sind Regelsätze. Sie gelten also für durchschnittliche Fälle ohne erschwerende Umstände.
Häufige Gründe für höhere Bußgelder sind zum Beispiel:
- Wiederholungstäter: Wer innerhalb eines Jahres mehrmals gegen dieselbe Vorschrift verstößt, muss mit erhöhten Bußgeldern oder sogar einem zusätzlichen Fahrverbot rechnen.
- Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer: Wenn durch den Verstoß jemand konkret gefährdet wurde – etwa Fußgänger, Radfahrer oder andere Autofahrer – wird das Bußgeld regelmäßig deutlich angehoben.
- Besonderer Tatort: Verstöße in sensiblen Bereichen, etwa vor Schulen, Kindergärten oder Baustellen, werden strenger geahndet, um besonders schutzbedürftige Gruppen zu schützen.
- Beharrliches Fehlverhalten: Wer sich uneinsichtig zeigt oder trotz Verwarnungen immer wieder ähnliche Verstöße begeht, muss ebenfalls mit einer härteren Strafe rechnen.
Die Bußgeldstellen haben einen gewissen Ermessensspielraum, um die Strafe dem Einzelfall anzupassen. Dadurch kann es vorkommen, dass zwei scheinbar identische Verstöße unterschiedlich bewertet werden.
Wenn Ihnen ein ungewöhnlich hohes Bußgeld droht, sollten Sie die Berechnungsgrundlage prüfen lassen. Ein Anwalt kann klären, ob die Behörde korrekt gehandelt hat. Die Rechtsschutzversicherung der AUXILIA unterstützt Sie dabei und schützt Sie vor hohen Summen.
So können Sie Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen
Wenn Sie glauben, dass Ihr Bußgeld zu Unrecht verhängt wurde, haben Sie das Recht, dagegen vorzugehen. Ein Einspruch ist Ihr gesetzliches Mittel, um den Sachverhalt prüfen zu lassen.
Sie müssen Ihren Einspruch innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung des Bußgeldbescheids schriftlich einreichen – entweder per Post oder Fax bei der zuständigen Bußgeldstelle. Eine einfache E-Mail reicht in der Regel nicht aus. Wichtig ist, dass der Einspruch rechtzeitig eingeht, sonst wird der Bußgeldbescheid automatisch rechtskräftig.
Ein Einspruch kann sich lohnen, wenn
- Messfehler beim Blitzer oder Lasermessgerät vermutet werden,
- das Beweisfoto unklar oder nicht eindeutig ist,
- Formfehler im Bußgeldbescheid vorliegen (zum Beispiel falsches Kennzeichen oder Datum) oder
- Zeugenangaben widersprüchlich sind.
In solchen Fällen kann der Bescheid aufgehoben oder reduziert werden. Ein Anwalt für Verkehrsrechtsschutz kann Akteneinsicht beantragen und mögliche Fehler aufdecken
Wann verjährt ein Bußgeld?
Die Verjährung von Bußgeldern ist im Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) geregelt. Sie sorgt dafür, dass Verkehrsverstöße nicht ewig verfolgt werden können. Die Frist hängt dabei von der Art und Schwere des Verstoßes ab.
- Einfache Ordnungswidrigkeiten, etwa Falschparken oder geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen, verjähren nach drei Monaten, sofern die Verjährung nicht vorher unterbrochen wurde.
- Nach Erlass eines Bußgeldbescheids verlängert sich die Frist auf sechs Monate.
- Schwerwiegende Verstöße oder Straftaten, zum Beispiel Unfallflucht oder Trunkenheit am Steuer, verjähren erst nach mehreren Jahren – hier greifen strafrechtliche Vorschriften, die deutlich längere Zeiträume vorsehen.
Die Verjährung eines Bußgeldes kann übrigens auch mehrfach unterbrochen werden, zum Beispiel durch
- den Versand eines Anhörungsbogens,
- die Zustellung eines Bußgeldbescheids oder
- Ermittlungen der Behörde, etwa wenn das Kennzeichen noch geprüft wird.
Mit jeder Unterbrechung beginnt die Verjährungsfrist neu zu laufen. Dadurch kann sich das Verfahren – insbesondere bei Widersprüchen oder Aktenprüfungen – deutlich verlängern.
Tipp: Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Bußgeldbescheid zu spät kam oder die Frist bereits abgelaufen ist, kann sich eine rechtliche Prüfung durch einen Anwalt lohnen.
Verkehrsrechtsschutz der AUXILIA – Ihre Absicherung
Streitigkeiten im Straßenverkehr können teuer werden – vor allem, wenn es um den Führerschein geht. Mit dem Verkehrsrechtsschutz der AUXILIA sichern Sie sich ab bei
- Bußgeldverfahren,
- Streit nach einem Unfall,
- Entzug der Fahrerlaubnis und
- Auseinandersetzungen mit Werkstätten oder Versicherungen.
Extra-Vorteil: Als Versicherter profitieren Sie automatisch von einer Automobilclub-Mitgliedschaft mit zusätzlichen Pannen- und Abschleppleistungen.
Jetzt Beitragsrechner starten und Ihre passende Rechtsschutzversicherung berechnen!
Häufige Fragen zum Bußgeldkatalog
Gilt der deutsche Bußgeldkatalog auch im Ausland?
Nein. Im EU-Ausland und in der Schweiz gelten nationale Regelungen mit teils abweichenden Bußgeldern, Punkten und Verfahren. Innerhalb der EU können Bußgelder ab einer bestimmten Schwelle grenzüberschreitend vollstreckt werden. Tipp: Informieren Sie sich vor der Reise über Tempolimits und Sanktionen im Ziel- und Transitland.
Verwarnungsgeld vs. Bußgeld – was ist der Unterschied?
Ein Verwarnungsgeld wird bei geringfügigen Verstößen erhoben. Zahlen Sie fristgerecht, ist die Sache erledigt und es gibt keine Punkte. Lehnen Sie ab oder zahlen nicht, leitet die Behörde ein Bußgeldverfahren ein – dann folgen Bußgeldbescheid, Gebühren und gegebenenfalls Punkte. Es kann sich lohnen, die Verwarnung bei offensichtlichen Fehlern zu prüfen, ansonsten ist die zügige Zahlung oft der pragmatischste Weg.
Kann ich ein Bußgeld in Raten zahlen oder stunden lassen?
Ja, Ratenzahlung oder Stundung sind auf Antrag möglich, vor allem bei nachgewiesener finanzieller Härte. Wichtig sind: zeitnaher Antrag, kurze Begründung (Einnahmen/Ausgaben) sowie entsprechende Nachweise. Während der Prüfung laufen Fristen weiter, reagieren Sie daher schnell. Wenn die Behörde bereits Vollstreckung angedroht hat, ist Eile geboten.
Kann man Punkte auch wieder abbauen?
Ja, in begrenztem Rahmen. Wer ein bis fünf Punkte im FAER hat, kann durch ein Fahreignungsseminar in der Regel einen Punkt abbauen (maßgeblich sind Fristen und Teilnahmeintervalle). Ab sechs Punkten ist ein Abbau nicht mehr möglich; bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen.


